GrenzErfahrung - Fotografie und Malerei von inesj.plaue
n
Es sind 25 Jahre, die wir in einer neuen Zeit leben. Nicht nur gesamtgesellschaftlich hat sich Vieles verändert. Gerade die ganz persönlichen Lebensgeschichten in ihrem Fluss sind neben geschichtlichen Fakten, die mittlerweile jeder kennen sollte, das wirklich Interessante. Wir und damit meine ich alle, die diesen Prozess bewusst erlebt haben, sind eine besondere Generation von Zeitzeugen und Mitwirkenden, im besten Falle positiv Gestaltenden. Ich sehe mich in der Verantwortung nicht nur das Allgemeine zu verbreiten, sondern über persönliche Zugänge, über die noch so alltäglich erscheinende private Geschichte, eben die große Geschichte transparent und greifbar zu machen. Meine Generation verkörpert die Erfahrungen aus zwei Gesellschaftssystemen, aus zwei Welten, könnte man sagen. Da muss man meiner Meinung nach kein Widerstandskämpfer oder Opfer sein, um die Dimensionen zu begreifen. Ein jeder Mensch trägt Verantwortung für das, was er getan oder eben unterlassen hat - immer- also damals wie heute. Unpolitisch sein geht insofern nicht.
Beim Storytelling- einem künstlerischen Projekt erzählte ich mein persönliches Erleben der Grenzöffnung vor 25 Jahren in Ton und Bild. In der Ausstellung im Kunsthaus präsentiere ich Fotos, die sich thematisch mit weiterführenden Gedanken befassen. Man sieht einige Arbeiten , die 2014 in Cheb entstanden - eine Spiegelung in der Einkaufsstrasse, aber auch Ruinen, und Spinnweben, die die Spuren der Zeit verdecken. Fragen werden aufgeworfen: Was bleibt? oder nach dem Arbeitsplatz, der veraltet, verlassen und teilweise verloren ist. Es sind nicht gerade euphorische Wirkungen, die die eher monochromen Fotografien, ergänzt durch Malereien mit "Inneren Grenzen" und "Eingrenzung" anstreben. Nachdenklichkeit ist eher mein Ziel.
Haben die Bilder eine Ästhetik, die anspricht, eine Sanftheit, die verweilen lässt? Optimistisch stimmt abschließend die Fotoübermalung zu meinem Michel, die ganz am Rande der Ausstellung den Bogen zum Storytelling spannt. Lassen wir das Video sprechen: